Warum Gerold
um 05:00 Uhr im
Wald sitzt
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HIRSCHBRUNFT IM TANNHEIMER TAL:
Während im Engel noch alles schläft, sitzt Gastgeber Gerold längst irgendwo im Wald. Die Hirschbrunft ist für ihn der Höhepunkt des Jahres. Was viele nicht wissen: Der Großteil seiner Arbeit im Revier beginnt lange davor. Und manchmal ist ein Morgen, an dem nichts passiert, ein besonders schöner. Was bisher geschah: Fünf Uhr morgens. Der Wecker klingelt. Die Ausrüstung liegt seit dem Vorabend bereit, damit Gerold nicht noch früher aufstehen muss. Ein paar Handgriffe, dann geht es hinaus in die Dunkelheit. Meist gemeinsam mit einem der Jäger, die für den Engel arbeiten. Ziel ist ein Ansitz irgendwo im Wald. Was der Morgen bringen wird? Ungewiss. Für jemanden, der normalerweise einen Hotelbetrieb mit 8.150 Quadratmetern Spa, Mitarbeitern und Gästen im Blick hat, könnte der Kontrast kaum größer sein. Hier draußen gibt es keinen Terminplan und keine Garantie auf Ergebnisse. Dafür viel Ruhe, frische Luft und gelegentlich einen Hirsch. Seit 2016 geht Gerold auf die Jagd. Was mit seiner Begeisterung für die Natur begann, ist längst zu einer Aufgabe geworden, die ihn das ganze Jahr über beschäftigt. Drei Reviere mit zusammen 1.204 Hektar bewirtschaftet er mit seinem Team. Und die meiste Arbeit hat erstaunlich wenig mit dem zu tun, was man gemeinhin unter Jagd versteht.
Was bedeutet Hege eigentlich?
Die Hege
Das Gros der Arbeit gilt dem Lebensraum des Wildes. Auf Lichtungen werden hektarweise Wildwiesen angelegt und gepflegt. Sie schaffen zusätzliche Äsungsflächen – also Nahrung – möglichst dort, wo wenig Menschen vorbeikommen. Im Winter gehört auch die Fütterung des Rotwildes dazu. In Gerolds Gebiet wird Rotwild seit rund 70 bis 80 Jahren gefüttert. Früher verendeten in strengen Wintern viele Tiere, heute ist der natürliche Ausfall geringer. Gleichzeitig sind die Bestände höher. Deshalb gehört für den passionierten Jäger auch ihre Regulierung zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Wald und Wild. Der Engel beschäftigt dafür zwei eigene Jäger, die einen großen Teil der Arbeit in den Revieren übernehmen. Schon im August beginnt die intensive Beobachtung: Wo steht das Rotwild? Wie bewegen sich die Rudel? Welche Tiere halten sich wo auf? Wer den Wald verstehen möchte, muss ihn schließlich zu jeder Jahreszeit kennen.
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