WEllness Knigge: Was ihr im Spa öfter tun dürft
Level 2: Die Ruhe
Bademantel an, Kopf aus. So einfach klingt das. Und dann steht ihr im Spa und habt plötzlich Fragen.
Sollte ich jede Sauna ausprobieren? Darf ich einen Aufguss früher verlassen?
Die kurze Antwort: Müssen müsst ihr gar nichts. Ein bisschen Rücksicht reicht, der Rest darf leicht sein. Die lange Antwort haben wir uns bei denen geholt, die Profis auf diesem Terrain sind. Unsere vier Saunameister.
1. nichts tun
Der häufigste Fehler im Spa hat nichts mit Handtüchern zu tun. Er heißt Programm. Unser Saunameister Jan bringt es auf den Punkt: „Viele hetzen von einer Anwendung zur nächsten, um bloß nichts zu verpassen und alles zu nutzen. Dabei liegt die wahre Erholung im Nichtstun." Il dolce far niente, sagt er dazu.
Martin sieht dasselbe von der anderen Seite: „Wir machen sogar aus Entspannung ein Programm. Möglichst viele Saunagänge, Massage, Essen, noch ein Aufguss und am besten alles perfekt planen." Sein Vorschlag: Keep it simple.
Jens, unser Saunakoordinator, setzt noch früher an: „Entspannung beginnt mit der Einstellung vorab. Keine künstliche Hektik bei der Anfahrt." Der Urlaub fängt also nicht am Spind an, sondern irgendwo auf der Straße ins Tannheimer Tal. Matthias beschreibt dasselbe von innen: „Wir halten uns am Alltag fest und können manche Dinge nicht vergessen."
Ihr müsst dann auch nicht jede Sauna gesehen haben. Nicht jeden Pool. Sucht euch einen Platz, bleibt dort. Der Rest läuft nicht weg.
2. Die ZEit vergessen
Als wir unsere Saunameister gefragt haben, was man beim Wellness weniger machen dürfte, kam von allen vier dasselbe. Auf die Uhr schauen. Handy checken. Martin nennt noch den dritten Punkt, den man leicht übersieht: aus allem einen Leistungsgedanken machen. Wie viele Grad. Wie lange. Wie viele Runden.
Jens hat dazu für dich eine Anleitung in drei Schritten. ; )
- Handy im Schrank lassen oder Flugmodus + die Kamera mit einem unserer Sticker abkleben.
- Atmen.
- Auf dich konzentrieren.
- Und falls das nicht klappt, sagt er trocken, fragt mich.
Stille funktioniert nämlich nur gemeinsam. Wärme könnt ihr euch nehmen, Wasser auch. Ruhe geht nur zu mehreren.
3. Kein Druck
Wer zum ersten Mal in die Sauna geht, macht sich meistens Gedanken, die sich nach zehn Minuten erledigt haben. Jan dazu: „Sauna ist nichts, wovor man Angst haben müsste. Niemand wird hier bewertet, und jeder kocht nur mit Wasser. Hör einfach auf deinen Körper, geh raus, wenn es dir zu warm wird, und genieße das herrliche Gefühl danach." Du darfst ruhig verschiedene Sachen ausprobieren, bis man findet, was einem selbst guttut.
Jens hat dazu noch einen kleinen Tipp für euch: „Vorher kurz duschen und abtrocknen, dann sitzt es sich besser."
Damit bleibt vom klassischen Sauna-Knigge genau eine Sache übrig, und die ist reine Hygiene: der ganze Körper auf dem Handtuch, Haut berührt kein Holz. Das war es.
Kleiner Spickzettel
| Mehr davon | Weniger davon |
|---|---|
| Nichts tun | Den ganzen Tag durchtackten |
| Auf den Körper hören | Durchhalten wollen |
| Nach der Sauna sitzen bleiben | Sofort ins nächste Highlight |
| Rausgehen und durchatmen | Auf die Uhr schauen |
| Sich etwas gönnen | Aus allem ein Projekt machen |
Die Antwort der vier ist einstimmig und ausgesprochen klar: indem ihr am wenigsten macht. Level 2 ist deshalb das schwierigere.
Ihr fragt euch, wer Jens, Jan, Matthias und Martin überhaupt sind? Dann habt ihr Level 1 übersprungen.
→ Saunaaufgüsse im Engel: vier bis fünf am Tag, keiner wie der andere